Chronik der Sportgemeinschaft Auerbach

Ein Jahr nach Ende des II. Weltkrieges, eine der schlimmsten Katastrophen in der Menschengeschichte, begannen die Menschen im schwer geschlagenen Deutschland langsam wieder an die Zukunft zu glauben.
Auch in der Gemeinde Auerbach bewegte sich etwas. So trafen sich am Abend des 18. Mai 1946, 23 junge Männer im Alter von 16 bis 34 Jahren zur Gründung eines Sportvereins im Gasthaus "Zum Lamm" in Auerbach, unter der Leitung von Schulamtsbewerber Hans Lipinski. In freier Aussprache diskutierten sie über den schweren Stand eines Vereins, speziell in der bäuerlich geprägten Gemeinde. Doch die mutigen jungen Männer ließen sich von den Skeptikern nicht beeindrucken und waren zur Schaffung eines Sportvereins entschlossen. Noch in den Nachtstunden wurde eine provisorische Vorstandschaft gewählt, ihr gehörten die folgenden Herren an:

Hans Lipinski
Ernst Bender
Robert Grünewald
Otto Klingmann
Artur Pfeifer.

Zuerst hatte die Vorstandschaft die Platzfrage und die Beschaffung von Fußballschuhen und Bällen zu klären. Als vorläufiges Spielfeld sollte der etwa 35 Minuten von der Ortsmitte entfernte Schafweideplatz genutzt werden, mit einer Länge von 87 Metern und einer Breite von 55 Metern war er nur längsseitig etwas abschüssig. Nachdem die Organisation von Fußbällen und Fußballschuhen abgehandelt war, gaben die Gründungsmitglieder dem neugeborenen Verein den Namen Sportgemeinschaft Auerbach mit den Vereinsfarben Rot-Weiß.

Bereits am 30. Juni 1946 bestritt die SG Auerbach ihr erstes Fußballspiel beim TSV Billigheim, das mit 2:1 verloren ging. In diesem denkwürdigen Spiel wirkten mit:

Otto Bopp, Werner Fischer, Kurt Gebhardt, Wilhelm Klingmann, Otto Klingmann, Ernst Klingmann, Kurt Klingmann, Heinz Kaufmann, Karl Kaufmann, Peter Jung, Karl Gaa, Hans Lipinski, Georg Raab, Robert Grünewald.

Die erste Vereinssatzung, erarbeitet von der Vorstandschaft mit dem 1. Vorsitzenden Hans Lipinkski, wurde den Mitgliedern, die nun schriftlich ihren Beitritt zu erklären hatten, am 1. August 1946 bekanntgegeben.

Schon im Herbst 1946 wurde im Verein neben Fußball bereits Tischtennis, Korbball und im Gästesaal des Vereinslokales "Zum Lamm" auch Schach gespielt. Sogar eine Damenabteilung wurde gegründet, die aber, wenn man den damaligen Berichterstattern glauben darf, für einigen Wirbel sorgte. Es war damals eine unruhige Zeit, die sich auch auf den jungen Verein übertrug. So wurde in der Hauptversammlung am 9. Januar 1947 bereits die dritte Änderung innerhalb der Vorstandschaft vorgenommen.

Zwischendurch wurde zum Zweck der Beschaffung von Fußballschuhen Sachspenden gesammelt. Hauptsächliche wurden landwirtschaftliche Produkte wie Kartoffeln, Gemüse und Obst gespendet, die dann in den Großstädten der Umgebung getauscht wurden. Sehr bald stellte sich heraus, dass das Spielgelände am Schwarzen Stock wegen Geländegegebenheiten ungeeignet für einen regelrechten Spielbetrieb war und man sichtete das Gelände im Wiesental auf Eignung, konnte sich aber nicht für diesen Ort begeistern.

Es sind noch keine sechs Monate nach der letzten Generalversammlung her, da muss die Sportgemeinschaft sich einen neuen Vorstand suchen, weil Hans Lipinski zurückgetreten war. Am 18. 5. 1947 wird Karl Gaa in offener Wahl zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Dieser wird gleich mit den Ballproblemen konfrontiert. Lederbälle sind in den Nachkriegsjahren rar. Fußball gegen Öl wird vorgeschlagen. Das heißt, es sollten im heimischen Wald Bucheckern gesammelt werden, auch denen man Öl gewonnen und dieses gegen einen Lederball getauscht werden.

In der ersten Versammlung nach der Währungsreform am 27. Juni 1948, werden die Mitgliedsbeiträge für Mitglieder über 18 Jahr auf den Monatsbeitrag von 30 Pfennig und für Mitglieder unter 18 auf 20 Pfennig festgesetzt. Im August dieses Jahres kann dann auch das erste einheitliche Trikot in den Vereinsfarben für Dm 125,- in Karlsruhe angeschafft werden.

Durch den guten Tabellenplatz im Spieljahr 1947/48 kann die Fußballmannschaft in die A-Klasse aufsteigen, die erstmals nach dem Kriege wieder gebildet wird. Doch der junge Verein kann diesen Erfolg anscheinend nicht verkraften. Nach Anfangserfolgen in der neuen Spielklasse stellen sich Niederlagen ein. In Wagenschwend wird wieder ein Spiel verloren und die drei Eberbacher Gastspieler verschwanden zu Fuß auf Nimmerwiedersehen. Weitere Niederschläge folgen und nach der 0:10 Schlappe in Binau wurde die Mannschaft kurzerhand abgemeldet, war dann aber wieder am folgenden Spieltag dabei. Vorstand Karl Gaa nahm allerdings seinen Hut.

Ernst Bender und Gottfried Bopp übernahmen die Vereinsführung vorläufig bis zur Generalversammlung am 14. Mai 1949. Nachdem mehrere vorgeschlagene Kandidaten aus den unterschiedlichsten Gründen ablehnten, erklärte sich Otto Vater bereit und übernahm das Ruder.